Portrait Divertimento Francoforte

Wir sind das Barytontrio "Divertimento Francoforte". Unser Ensemble widmet sich den Trios für Baryton, Viola und Violoncello, die Joseph Haydn für Fürst Nikolaus Esterhazy verfaßt hat und spielt sie in der originalen Besetzung auf historischen Instrumenten und Kopien. Die Resonanzsaiten des Barytons, die auch gezupft werden, sorgen für einen ganz besonderen silbrigen Klang, die Stücke bieten exquisite Unterhaltung. Gerne können Sie uns bei Interesse an einem Engagement oder Fragen kontaktieren.

Über uns

Bild Über uns

Das Ensemble „Divertimento Francoforte“ wurde 2009 in Frankfurt anläßlich des Gedenkjahres zu Joseph Haydns 200. Todestag gegründet und hat das Ziel, vor allem die klanglich äußerst reizvollen, selten in der originalen Besetzung aufgeführten Barytontrios Haydns zum Klingen zu bringen.

Das klassische Baryton mit seinen sechs wie eine Gambe gestimmten Streichsaiten aus Darm und neun diatonisch gestimmten Resonanzsaiten aus Messing, welche auf der Unterseite des Halses auch angezupft werden können, war das Lieblingsinstrument des Fürsten Eszterhazy, des langjährigen Dienstherrns Haydns, welcher über 120 dieser Trios (Divertimenti) für den Fürsten komponierte.

Die Mitglieder des Ensembles sind:

Das Baryton

Bild Musikunterricht

Die Idee, Streichinstrumente mit sogenannten „Resonanzsaiten“ auszustatten, um ihnen einen obertonreichen, besonders lieblichen Klang zu geben, war wohl an die Erfindung der Metallsaiten gebunden, denn nur mit solchen kann das gewünschte silbrige Mitklingen erzeugt werden.

Anscheinend ging die Einführung der Resonanzsaiten vom England des 16. Jahrhunderts aus (Lyra Viol) – ob die Engländer dieses „Setting“ nach Indien exportierten oder es gar von dort mitbrachten, läßt sich heute nicht mehr sagen, vor allem weil die indische Musikwissenschaft selbstverständlich davon ausgeht, daß es sich um eine indische Erfindung handelt, ohne freilich dafür Beweise zu liefern. Fest steht, daß heute vor allem bei indischen Instrumenten (Sitar und Sarod, aber auch beim Streichinstrument Sarangi) Resonanzsaiten verwendet werden.

Die Resonanzsaiten werden üblicherweise auf die jeweilige Tonart eingestimmt, damit sie den gespielten Tönen Farbe, Raum und Nachklang verleihen.

In der europäischen Musik war im Barock vor allem die Viola d’amore als Instrument mit Resonanzsaiten bekannt; auch Johann Sebastian Bach verwendet sie in seiner „Johannespassion“.

Bringt man die Saiten so an, daß sie auch gezupft werden können, erhält man ein quasi ins Streichinstrument eingebautes Harfen- oder Lautenregister, welches nicht nur mitklingt, sondern im Wechsel oder gar gleichzeitig gespielt werden kann.

Im 17. Jahrhundert entwickelte man das Baryton (auch Viola Paradon genannt) dahingehend, daß man zum gambenähnlichen Streichklang sich selbst mit einem gezupften unabhängigen Bass begleiten konnte, die Zupf- und Resonanzsaiten waren chromatisch gestimmt.

An der Schwelle zum Rokoko, als man zunehmend Wert auf Schönheit und Schlichtheit von Melodie legte, reduzierte man die Zahl der Zupfsaiten, stimmte sie diatonisch und setzte sie mehr gezielt an bestimmten Momenten ein, anstatt ihnen eine eigene „Stimme“ zuzuweisen.

Heute kennt man das Baryton vor allem wegen der großen Zahl von Stücken, die Haydn für seinen Dienstherrn Nikolaus (Miklós I.) den Prächtigen, Fürst von Esterhazy komponierte, vor allem Trios in der Besetzung für Baryton, Viola und Violoncello. Hier werden z.T. die Resonanzsaiten nur als Klangfarbe eingesetzt, also nicht angezupft, später dann auch zunehmend in episodenhaft eingestreuten gezupften Melodie- und Bass-Floskeln verwendet.

Schon Zeitgenossen beklagten, daß diese wunderbare Musik für ein so seltenes Instrument geschrieben und deshalb so selten oder nie zu hören sei. Mit der bürgerlichen Musikkultur des 19. Jahrhunderts verschwand dieses wahrhaft „fürstliche Instrument“ völlig, bis zu seiner Wiederbelebung durch die „historische Aufführungspraxis“ im 20. Jahrhundert.

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